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Ulla Sebastian

Psychoanalytische Theorie und Bioenergetische Analyse

Die Entwicklung der psychoanalytischen Theorie und ihre Bedeutung für Theorie und Praxis der Bioenergetischen Analyse

Ebuch-Neuauflage 2007

Begrenzte Restauflage als Buch erhältlich zum Preis von Euro 15.00, als Ebuch zum Preis von Euro 13.00

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Eine persönliche Botschaft von Dr. Ulla Sebastian:



Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Den Impuls zu dieser Neuauflage verdanke ich den Nachfragen meiner Bioenergetik-Kollegen, die mich wiederholt darauf ansprachen, ob ich den Band 'Psychoanalytische Theorie und Bionenergetische Praxis' nicht neu auflegen wollte.

Bei der überarbeitung dieses Buches von 1983 war ich selber überrascht, wie viel grundlegendes Material zur Theorie und Praxis der Bioenergetischen Analyse darin enthalten ist.

Mir ist nicht bekannt, dass es einen vergleichbaren Versuch gegeben hat, die Bioenergetische Analyse im Lichte der psychoanalytischen Theorie zu reflektieren und daraus Anleitungen für die Bioenergetische Praxis zu gewinnen.

Aus diesem Grunde scheint mir das Buch heute so aktuell wie damals. Von daher stelle ich es in der ursprünglichen Fassung als Ebuch neu zur Verfügung.

Diese Art der Veröffentlichung ermöglicht es Ihnen, das Ebuch online zu lesen, auszudrucken und über die Suchmöglichkeit gezielt nach bestimmten Stichworten im Text zu suchen.

Die folgende Einleitung gibt Ihnen einen Überblick über Inhalt und Struktur des Buches

1. Motivation und Aufbau der Arbeit

Bioenergetische Analyse und Psychoanalyse - für diejenigen, die aus der psychoanalytischen Tradition kommen, eine durchaus vorstellbare Synthese, für diejenigen, die sich aus dem medizinischen Bereich der Bioenergetischen Analyse nähern, zunächst fremd oder ein Widerspruch?

Zumindest gewann ich diesen Eindruck während der Ausbildung, in der sich aufgrund unseres unterschiedlichen akademischen Hintergrunds und unserer unterschiedlichen klinischen Erfahrung mit den verschiedenen diagnostischen Zugängen zu Krankheiten Verständigungsschwierigkeiten ergaben.

Aber auch die andersartige Verwendung bestimmter Begriffe in der Bioenergetischen Analyse, die in der akademischen Psychologie einen festen Platz haben wie beispielsweise der Begriff Persönlichkeit, die spezifische Verwendung allgemeiner Begriffe wie Charakter, das unterschiedliche Spektrum von Ansätzen innerhalb der Bioenergetischen Analyse, die sich aus der Anwendung psychoanalytischer Theorien ergeben, führte häufiger zu Verwirrungen und Fragen.

Um solche Fragen zunächst für mich selber zu klären, habe ich in dieser Arbeit versucht, den historischen wie systematischen Standort der Bioenergetischen Analyse im Kontext der Psychoanalyse zu umreißen, um dann in einem zweiten Teil meine eigenen Erfahrungen und überlegungen, die sich sowohl aus meinem psychoanalytischen wie bioenergetischen Hintergrund ergeben haben, zu skizzieren.

Zu meiner eigenen Überraschung stieß ich auf viel mehr Gemeinsamkeiten zwischen beiden Ansätzen, als sich mir in der Ausbildung vermittelt hatten. Aber erst die Systematisierung der verschiedenen Entwicklungstendenzen innerhalb der Psychoanalyse hat mir diese Gemeinsamkeiten und Unterschiede erschlossen. Aus diesem Grund bin ich bei der Darstellung dieser Entwicklungstrends meinem eigenen Prozess gefolgt.

Im ersten Teil, dem historisch-systematischen Überblick, beschränke ich mich darauf, skizzenartig die verschiedenen Richtungen innerhalb der Psychoanalyse unter drei Aspekten: der thematischen Entwicklung, dem Verhältnis von Individuum und Gesellschaft und dem Verhältnis von Gesundheit und Krankheit zu ordnen. Damit komme ich zugleich dem Bedürfnis einiger Ausbildungsteilnehmer nach einem kommentierten Literaturverzeichnis entgegen, was dem entspricht.

 

2. Die Bedeutung von Reichs Arbeiten

Die Bioenergetische Analyse versteht sich in der Tradition von Freud und Reich. Reichs umfangreiche Arbeiten zu unterschiedlichen Bereichen haben die Psychoanalyse, die Bioenergetische Analyse wie heutige Reichianische Therapien wesentlich geprägt.

Auch im Bereich der naturwissenschaftlichen Forschung wie in der Auseinandersetzung mit sozialen und sozialpolitischen Fragen lässt sich sein Einfluss heute nachweisen. Reichs frühe Arbeiten wurden dabei sowohl von seiner Auseinandersetzung mit der Psychoanalyse wie mit dem Marxismus bestimmt, seine späteren Arbeiten durch die Auseinandersetzung mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen seiner Zeit, in denen er Ergebnisse aus ganz unterschiedlichen Bereichen wie der Chemie, Physiologie, Mechanik zu einem einheitlichen Konzept über die Urgegensätze des vegetativen Lebens zusammenfasste.

Ich beschränke mich im Folgenden auf die Darlegung seines Einflusses auf unterschiedliche Schulen, die sich auf ihn berufen, für das Verständnis seiner Arbeit und eine vollständige Bibliographie verweise ich auf Boadella, 1973; Büntig, 1977.

Mit seinem charakteranalytischen Konzept leistete er sowohl einen grundlegenden Beitrag zur Systematisierung der psychoanalytischen Theorie unter charakterologischen Aspekten wie in der Betonung des Phänomens des Widerstandes einen Beitrag zur psychoanalytischen Technik, die im Rahmen der traditionellen Psychoanalyse weiterentwickelt wurden.

Mit seiner Hinwendung zur Vegetotherapie griff er Freuds Libidokonzept auf in dem Bemühen, dieses mit Hilfe naturwissenschaftlicher Forschungen, die er zum Teil zusammenfasste, zum Teil selber durchführte, physiologisch zu begründen.

Sein Konzept vom Charakter als Ergebnis der Hemmung frei fließender biologischer Energie, die sich einerseits in muskulären Spannungsmustern, andererseits in damit korres-pondierenden Verhaltensmustern äußert und somit einheitlicher Ausdruck von Psyche und Soma ist, wurde von Lowen und seinen Mitarbeitern aufgegriffen, zum charakter-strukturellen Konzept weiterentwickelt und um das Konzept des "Erden" erweitert.

Seine Erfahrung, dass durch Atmung oder Druck auf verspannte Muskelstellen Energie freigesetzt werden kann, wurde von Lowen und Mitarbeitern zu gezielt anzuwen-denden Techniken und übungen, zum Teil unter charakterologischem Aspekt, weiterentwickelt.

Reichs marxistische Orientierung schärfte sein Bewusstsein für die gesellschaftliche Bedingtheit psychischer Strukturen, so dass er die charakterlichen Strukturen auch zugleich sah als "erstarrten soziologischen Prozess einer bestimmten Epoche''.

Mit der Frage nach der gesellschaftlichen Determinierung waren drei Problembereiche angesprochen:

  • "das Problem der Neurosenprophylaxe: die Frage der Erziehung
  • das Problem der sexualverneinenden Einstellungen in der Gesellschaft: die Frage der Sexualreform
  • das Problem der autoritären Unterdrückung in der Gesellschaft: die Frage der allgemeinen gesellschaftlichen Veränderung"

Zur Klärung dieser Fragen bedurfte es - über die individuelle Therapie hinaus - sexualpolitischer Maßnahmen, die er auch praktisch ergriff.

1929 richtete er in Wien Beratungszentren für Arbeiter und Angestellte ein, in denen diese kostenlos über Fragen der Kindererziehung, Eheprobleme, Geburtenkontrolle, allgemeine sexuelle Probleme und Sexualerziehung informiert und beraten wurden.

1931 gründete er den "Deutschen Reichsverband für proletarische Sexualpolitik", der über diese Informations- und Beratungstätigkeit hinaus für sozialpolitische Maßnahmen eintrat wie Verteilung von empfängnisverhütenden Mitteln, Aufhebung des bestehenden Abtreibungsverbotes, Beseitigung des rechtlichen Begriffes des "Ehebruches" usw.

Seine Gedanken zu diesen Fragen wurden durch die 68er Studentenbewegung aufgegriffen und beeinflussten die Diskussion um autoritäre und repressive Familienstrukturen.

Sein Einfluss ist auch heute noch sichtbar in der italienischen Diskussion, beispielsweise in der Arbeit von DeMarqui über Psychopolitik.

In seinen späteren Arbeiten zur Orgonomie bemühte sich Reich, die Prinzipien einer grundlegenden Lebens-energie, die er Orgonenergie nannte. experimentell zu erforschen. In ihr glaubte er die funktionelle Einheit von Lebensenergie und kosmischer Energie gefunden zu haben.

Auf naturwissenschaftlicher Ebene untersuchte er die Entstehung von Bionen, Energiebläschen, die übergangsstufen zwischen der leblosen und lebenden Substanz darstellen und damit das Prinzip der Entstehung von Leben.

Auf psychosomatischer Ebene beschrieb er den Umschlag von lebendiger in tote Materie (Zellen) bei Krebspatienten als "biopathischen Schrumpfungsprozess", in dem nach einer Phase der Kontraktion sich die Zellen aufgrund der geschwächten Widerstandskraft der Gewebezellen zu Tumoren weiterentwickeln, die in einer dritten Phase den Organismus überfluten.

Bei seinen Forschungen stieß er auf die Heilungsmöglichkeiten somatischer Störungen durch Orgonakkumulatoren, Geräte, die durch eine bestimmte Anordnung von organischem und anorganischem Material die Lebensenergie und damit das Immunsystem verstärken, somit den Heilungsprozess von infektuösen Krankheiten oder Wunden beschleunigen oder den Umwandlungsprozess lebender in tote Zellen stoppen

Auf diesem Wege folgten ihm zunächst wenige, da er in politische Auseinandersetzungen und persönliche Anfeindungen geriet, die auch seine Untersuchungen zu diesem Bereich in ein Zwielicht brachten. Seine psycho-somatischen überlegungen zur Krebsentstehung sind heute dagegen auch von Nicht-Reichianern bestätigt worden ebenso wie Teile seiner experimentellen Untersuchungen, die von Naturwissenschaftlern, die sich zu Reich-Gesellschaften zusammengeschlossen haben, erfolgreich reproduziert werden

Im therapeutischen Bereich orientieren sich die Reichianer an seinem Konzept, die Blockierungen in der Reihenfolge ihrer Entwicklung von oben nach unten (vom Augenring hin zum Beckenring) zu bearbeiten, während die Schüler von Lowen sich eher daran orientieren, mit welchem Problem der Patient kommt und daher zwischen verschiedenen Entwicklungsebenen hin- und herarbeiten.

Eine zweite Unterscheidung liegt im Blickwinkel der Entwicklung von Fragestellungen: während Lowen und seine Anhänger sich auf die Ausformung des muskulären Panzers als charakterologische Reaktion auf die Umwelt konzentrieren, arbeiten die an Reich orientierten Therapeuten mit den Energieströmen in den darunter liegenden Geweben, also den inneren Organen, den Schleimhäuten usw., die dem neurovegetativen System unterliegen.

3. Entwicklungstendenzen in der Bioenergetischen Analyse

Heute lassen sich innerhalb der Bioenergetischen Analyse verschiedene Trends verzeichnen, die Annäherungen an die historisch verstehbaren Unterscheidungen innerhalb der auf Reich basierenden Richtungen signalisieren.

  • Ansätze aus naturwissenschaftlich-medizinischer Richtung, das bioenergetische Triebkonzept mit Hilfe moderner physiologischer Erkenntnisse über energetische Prozesse naturwissenschaftlich zu fundieren
  • Ansätze, die von Reichianern untersuchten neuro-vegetativen Verursachungen von Krankheiten mit dem charakteranalytischen Konzept zu verbinden
  • Ansätze, die innerhalb der Psychoanalyse und der allgemeinen Psychologie sich entwickelnden Ergebnisse zur Ich-Psychologie, zum Konzept des Selbst und psychoanalytisch orientierter Entwicklungstheorie in das Bioenergetische Konzept einzubeziehen

Ich beschränke mich im Folgenden auf den zuletzt genannten Ansatz.

Im ersten Teil zeige ich, in welchem Zusammenhang diese Ansätze einmal mit Theorieentwicklungen innerhalb der Psychoanalyse und der akademischen Psychologie, zum anderen mit Fragestellungen innerhalb der Bioenergetischen Analyse stehen, um damit falschen Alternativen und Kontroversen vorzubeugen.
Im zweiten Teil verdeutliche ich exemplarisch, welche Anregungen sich aus diesen Ergebnissen für die therapeutische Praxis ergeben.

Ich wünsche Ihnen eine fruchtbare und inspirierende Lektüre

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Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

1. Motivation und Aufbau der Arbeit

2. Die Bedeutung von Reichs Arbeiten

3. Entwicklungstendenzen in der Bioenergetischen Analyse

 

II. Historisch-Systematischer Überblick

1. Einleitung

2. Von der Triebtheorie über die Ich- Psychologie zur Theorie des Selbst

2.1 Der triebtheoretische Ansatz

2.2 Der ich-psychologische Ansatz

2.3 Das Konzept des Selbst

3. Von der Individualpsychologie zur Sozialpsychologie

3.1 Allgemeine Entwicklungstrends

3.2 Strukturelle Aspekte

3.2.1 Beschaffenheit der Umwelt

3.2.2 Arten der Interaktion

3.2.3 Folgen für den Einzelnen

3.3 Entwicklungsdynamische Aspekte

3.3.1 Deskriptiv-normative Entwicklungsbeschreibung

3.3.2 Experimentelle Kinderpsychologie

3.3.3 Sozialisationsforschung

4. Von der Psychopathologie zur allgemeinen Psychologie

4.1 Allgemeine Entwicklungstrends

4.2 Psychoanalytische Untersuchungen zum Normalverhalten

4.2.1 Das epigenetische Modell von Erikson

4.2.2 Die Untersuchung von Mahler

4.2.3 Grafs Codex-Systeme und Perinatale Matrizen

4.3 Charakter zwischen Gesundheit und Krankheit

4.3.1 Charakter und Persönlichkeit

4.3.2 Charakter und Neurose

4.3.3 Die Entstehung des Charakters

4.4 Psychoanalytische Typologie und psychiatrische Diagnostik

5. Die Bioenergetische Theorie im Kontext der psychoanalytischen Theorieentwicklung

5.1 Allgemeine Entwicklungstrends

5.2 Das bioenergetische Triebkonzept als Grundlage der strukturellen Theorie

5.3 Die charakteranalytische Verbindung von Triebtheorie und struktureller Theorie

5.3.1 Reichs Ansatz

5.3.2 Begriffliche Probleme im Zusammenhang mit dem Begriff des Charakters bei A. Lowen

5.3.3 Die genetische Differenzierung der Charaktertypologie

5.4 Zusammenfassung: Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Theorieentwicklung innerhalb der Psychoanalyse und Bioenergetischen Analyse

5.5 Die Erweiterung der Bioenergetischen Analyse um Konzepte der allgemeinen Ich-Psychologie, der psycho-analytisch orientierten Entwicklungspsychologie und Konzepte des Selbst

 

III. Bioenergetische Praxis

1. Einleitung

2. Mahlers Subphasen der Normalentwicklung

2.1 Vorläufer des Loslösungs- und Individuationsprozesses

2.2 Erste Subphase: Differenzierung und Entwicklung des Körperschemas

2.3 Zweite Subphase: Die übungsphase

2.4 Dritte Subphase: Wiederannäherung

2.5 Vierte Subphase: Konsolidierung der Individualität und Anfänge der emotionalen Objektkonstanz

3. Der Mutter-Kind-Dialog und seine Bedeutung für den therapeutischen Prozess

3.1 Der Therapeut als Hilfs-Ich des Klienten

3.2 Die Regulierung von Nähe und Distanz

3.3 Die Bedeutung von übergangsobjekten/-phänomenen im therapeutischen Prozess

4. Die Bedeutung von Reifungsvorgängen in der Bioenergetischen Praxis

4.1 Allgemeine Entwicklungslinien

4.2 Begreifen als verfrühter Reifungsprozess

4.3 Stehen als verfrühter Reifungsprozess

5. Rahmenbedingungen für den therapeutischen Prozess

5.1 Raum und Zeit als Koordinationssystem des therapeutischen Prozesses

5.1.1 Räumliche Orientierungen

5.1.2 Zeitliche Orientierung

5.1.3 Bewegungsmuster

5.2 Grofs COEX-Systeme und Perinatale Matrizen als Interpretationsrahmen für den therapeutischen Prozess

6. Literaturverzeichnis

Anlagen

Anlage 1: Zusammenfassende Übersicht über die Entstehung des Charakters nach Hoffmann, S.O.

Anlage 2: Übersicht über verschiedene theoretische Ansätze und ihre Zuordnung zu klinischen Bildern

Anlage 3: Übersicht über Entwicklungsverläufe

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